Gina Lindner
„Es macht einfach riesigen Spaß!“
Das Steintor ist ein Viertel voller Leben. Von der Haltestelle Kurt-Schumacher-Straße bis an den Rand der Altstadt ist die gute Laune zu Hause. Für diese einmalige Atmosphäre benötigt es einmalige Menschen. Typen, die dieses Quartier prägen. Die seine Geschichte erlebt und gestaltet haben.

Mehr als 40 Jahre kennt Gina Lindner bereits das bunte Treiben am Steintor. Die 70-jährige Dame, der ihr Alter beim besten Willen nicht anzusehen ist, gehört seit 1963 zur Belegschaft im Eiscafé Venezia. „Und es macht mir immer noch einen riesigen Spaß“, sagt sie. Ursprünglich stammt sie aus einem kleinen Dorf in den italienischen Dolomiten nicht weit entfernt vom Wintersportort Cortina d’Ampezzo. Doch Anfang der sechziger Jahre hat sie ihre Heimat verlassen. Gemeinsam mit Familie dall’Asta zog es sie nach Deutschland. In der Nähe des Steintorplatzes, etwa dort, wo jetzt neben dem McDonald’s noch ein Burger King Platz gefunden hat, machten die dall’Astas ihr erstes Eiscafé auf. Dort lernte Gina ihren Ehemann kennen. Er arbeitete in der Nähe und war Stammgast im Café. Mit ihm hat sie zwei Töchter. Eine lebt in München, die andere ist Stewardess und wohnt noch in Hannover. Ein Enkelkind ist Gina Lindner noch nicht vergönnt: „Dabei wäre ich so gerne eine Oma.“ Das Eiscafé war schon bald zu klein. Und die dall’Astas hatten neue Pläne. Vor mehr als 25 Jahren war es soweit: Sie eröffneten ihren Pavillon direkt am Steintorplatz. Ein toller Standort, von dem auch Gina Lindner schwärmt: „Wenn die Sonne scheint, und die vielen Leute kommen, und alle Tische sind belegt – dann sieht man, wie schön das Steintor ist.“ Viele Gäste kennt sie seit vielen Jahren. Einige kamen schon als Kinder hierher. Und jetzt bringen sie selbst ihre kleinen Kinder mit.“ Oder die Fußballer von Hannover 96. „Der Lala und all die anderen – alles nette Jungs.“ Gina Lindner ist ein Herz von einer Frau. Die Gäste freuen sich, wenn sie bedient. Ihre Fröhlichkeit ist ansteckend, ihr Charme umwerfend. „Unser Latte Macchiato und der Cappuccino sind sehr gut. Den Espresso servieren wir mit einem Glas Wasser – wie zu Hause in Italien.“ Und ihr Lieblingseis? „Malaga und Stracciatella“, sagt Gina. Aber es gebe ja so viele Sorten – für die Kinder sogar blaues Kaugummieis. Und immer wieder fällt Massimo etwas Neues ein. Überhaupt: Massimo. „Wir sind doch fast wie eine Familie“, sagt Gina, die ihren heutigen Chef schon als kleinen Jungen kannte. „Habe ich dir zuviel versprochen“, ruft Massimo dall’Asta herüber. „Ist sie nicht toll?“ Richtig, Massimo: Ginas Lachen passt zum Steintor, dem lebendigsten Viertel der Stadt.