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Steintorhistorie: Die Heilsarmee

Die Heilsarmee

Was ist bloß eine Gitarrenbrigade?

Die Heilsarmee? Weiß nich’. Hier am Steintor? Nö, keine Ahnung. Wie, schon seit mehr als 40 Jahren? Das kann doch gar nicht … Aber ja doch: 1962 wurde am Marstall 25 der Heilsarmeesaal offiziell eingeweiht. Seitdem bietet die Heilsarmee dort Hilfe für Menschen, die in irgendeiner Form Not
leiden.
 
Heilsarmee in Hannover ist natürlich wesentlichälter. Bereits 1865 gründete William Booth in London eine Gemeinschaft, die nach militärischem Vorbild organisiert ist und Sozialarbeit leistet. Dabei haben die Helfer vor allem Randgruppen in den Großstädten im Blick. Das erste Korps in Deutschland wurde 1886 in Stuttgart eröffnet. Hannover folgte zehn Jahre später. Erstes Quartier war in der Marschnerstr. 10. Nicht gerade auf Begeisterung stießen die Pioniere bei der Ausbreitung der Heilsarmeearbeit. Spötteleien und Tätlichkeiten seitens der Bevölkerung waren an der Tagesordnung. Die Behörden taten das ihrige dazu, indem sie die Arbeit durch Vorladungen der verantwortlichen Leiter, durch Sammelverbote und Auflagen behinderten. Auch die Kirchen warnten anfangs vor den"gefährlichen Leuten der Heilsarmee". Aber die Mitstreiter der Heilsarmee gaben nicht auf. In der Deisterstraße eröffneten sie eine"Brockensammlung“, mit der jährlich Tausenden von Hannoveranern geholfen werden konnte. 1910 besuchte William Booth, der Ur-Vater aller Heilsarmisten, im Alter von 81 Jahren die Leinestadt. Durch diesen Besuch, das zunehmende Leid während des Ersten Weltkriegs und der von Inflation geprägten Nachkriegsjahre fanden sich unter dem Dach der hannoverschen Heilsarmee immer mehr Helfer zusammen. Im Jahre 1931 gab es bereits 80 Heilssoldaten, davon 19 Lokaloffiziere, sowie 15 Gitarrenbrigadenmitglieder, 9 Korpskadetten und viele weitere. (Welche Aufgabe wohl eine Gitarrenbrigade hat? Das wird doch wohl nicht der Ur-Sprung der Kelly-Family sein!) Im Nazideutschland wurde die Heilsarmee zur Seite gedrängt. Freigottesdienste und Missionen waren verboten, ebenso die Sammlungen. Durch einen Bombenangriff ging obendrein der Saal der Heilsarmee in der Meterstraße verloren. Nach dem Krieg kam die Organisation nur schwer wieder in Gang. Eine 1947 von der Heilsarmee in Schweden gespendete Holzbaracke wurde an der Celler Straße aufgebaut. Sie diente nicht nur dem Abhalten der Versammlungen, sondern dort wurde werktags durch die Heilsarmee eine Kindertagesstätte betrieben. Da die Baracke später dem geplanten Bau des Postscheckamtes weichen musste, nahm man dankbar das Angebot an, sich im Gemeindesaal der Christuskirche treffen zu können. Die letzte Adresse vor dem Umzug zum Marstall.Öffentlich in Erscheinung tritt die Heilsarmee in Hannover vor allem bei ihren Freigottesdiensten, die meistens am Kröpcke stattfinden. Das hannoversche Korps gehört im übrigen zur sogenannten Heilsarmee-Norddivision mit Sitz in Hamburg.
Wer mehr über die Heilsarmee wissen möchte findet im Internet unter
www.heilsarmee-nord.de bzw. unter
www.heilsarmee.de umfassende Informationen.